Das hier ist der vielleicht beste Text übers Bloggen und darüber, warum wir unsere Blogs erhalten oder neu aufleben lassen sollten.
Dieser Text von JA Westernberg ist für mich der bisher beste übers Bloggen. Man müsste ihn nicht einmal aufs Bloggen beschränken, sondern könnte auch andere Formen der eigenen Webseite einschließen.
Mich haben besonders diese beiden Absätze angesprochen:
Wie auch in den vergangenen Jahren – ich schaute gerade nach – tue ich mich schwer damit, einen Jahresrückblick oder etwas Ähnliches zu schreiben. Aber dem Gefühl nachgebend, braucht es doch einen Abschluss hier im Blog.
Ich habe in den vergangenen Tagen oft überlegt, wie ich das Jahr zusammenfassen könnte. Mir sind viele Adjektive in den Sinn gekommen, aber keines davon passte richtig. „Ermüdend“ trifft es aber wohl ganz gut.
Das liegt maßgeblich daran, was einem aus der Welt so entgegenschwappt. Ich vermeide Doomscrolling, bin aber auch niemand, der diese Dinge ignorieren kann – oder will.
Ich wollte das Buch unbedingt gelesen haben, bevor ich die Serie (Netflix) schaue. Das hat jetzt fast zwei Jahre gedauert.
Angefangen habe ich bereits 2023, dann lag das Buch lange auf dem berühmten Lesestapel. Ich hatte anfangs so meine Probleme, in das Buch zu finden, weil ich es als sehr langsam empfunden habe und zu ungeduldig war.
Dieses Tempo zog sich weit durch die Geschichten der Menschen, die wir durch den Zweiten Weltkrieg begleiten. Aus deutscher und französischer Sicht. Erst zum Ende hin, entstand eine gewisse Spannung, die mich mitriss.
Dennoch passt das langsamere Tempo bei dem Thema gut. Es erzeugt dieses dumpfe Gefühl, das die Charaktere teilweise mit sich tragen. Anthony Doerr schreibt hier über Menschen, deren Geschichten sich so bestimmt in ähnlichen Formen zu Tausenden während des Krieges hätten finden lassen. Insofern handelt es sich nicht nur um einen Weltkriegsroman, sondern auch um einen emotionalen Einblick in betroffene Menschen.
Wer ein wenig mehr Geduld hat, als ich zum aktuellen Zeitpunkt, kann getrost zugreifen.
Ich hatte es gestern schon kurz erwähnt: Mein Bewertungssystem für Bücher hat mir nicht mehr so recht zugesagt. Also habe ich mich gestern Abend spontan hingesetzt und umgebaut.
Dabei habe die Gelegenheit genutzt, ein für mich neues Kirby-Feld zu nutzen: Toggles:
Bisher habe ich ein klassisches Fünf-Sterne-Rating abgeben und dazu einen Range-Slider genutzt. Wie schon in meiner Notiz angedeutet, fiel es mir aber häufig schwer, mich für eine Nummer zu entscheiden.
Ein weiterer Erzählband von Ferdinand von Schirach, der noch eine Spur melancholischer daherkommt als seine Vorgänger. Schön melancholisch. Solch ein Buch lässt sich nur schwer zusammenfassen.
Mir haben alle Erzählungen gefallen, ein paar von ihnen fand ich sehr rührend und eine hat dafür gesorgt, dass ich nicht schlafen konnte, sondern auf musikalische Recherche gegangen bin. Die Erzählung "Mozart ist tot" schließt mit der Erkenntnis, dass man in der Schlussfuge von Mozarts Requiem ganz klar den Satz "Mozart ist tot" hören könne, obwohl der Text auf Latein gesungen wird.
Das musste ich natürlich prüfen und war überrascht. Tatsächlich! Oder ist es so wie mit dem "Hamster unterm Fenster"? Songtexte bei denen man andere Sätze hört, sobald man darauf hingewiesen wurde, dass die Texte so klingen? Man kann das dann nicht mehr nicht hören.
Hätte ich den Mozart-Satz ohne diese Erzählung auch gehört?
Du kannst das ja selbst nachprüfen, indem du dieses wunderbare Buch liest und dann selbst ganz genau hinhörst. Dann erfährst du auch, was der Teufel und Gott damit zu tun haben.
Also, du ahnst es schon, eine Leseempfehlung meinerseits.