Spaß mit Kommentaren
Das Einbauen von Webmentions in die eigene Seite ist immer noch viel zu kompliziert und schwer zu testen.
Im Feed-Reader las ich gerade ganz interessiert von Spaß mit Kommentaren und die Reaktionen darauf. Ich finde es natürlich super, zu sehen, wie Webmentions ihren Weg in Blogs finden, aber es ist auch immer wieder bitter zu sehen, wie schwer die Einbindung immer noch ist.
Ich entwickle jetzt schon eine ganze Weile lang das IndieConnector-Plugin für Kirby und hatte auch so meine Probleme:
Warum mag sich das noch nicht so richtig durchgesetzt haben? Weil es wirklich kompliziert ist. Weil es keinen Ort gibt (ich habe zumindest keine Seite gefunden), die einem die Begriffe und Funktionen mal in einfachen Worten zusammenfasst. Ich tue mich schon schwer, wenn ich aber ein Blogger ohne technischen Hintergrund wäre, ich würde es dann wohl doch sein lassen.
Und leider muss ich sagen, dass es nicht wirklich besser geworden ist. Natürlich weiß ich inzwischen sehr viel mehr. Seit ich das Plugin so umgeschrieben habe, dass es Replies von Mastodon und Bluesky holen kann, aber auch Webmentions ohne zwischengeschalteten Dienst empfängt, ist mir eines klar geworden: Webmentions sind super einfach!
Wirklich! Webmentions sind nichts anderes als ein Request mit zwei URLs: Ziel und Quelle. Das war's. Der Spaß fängt erst danach an.
Als Empfänger muss ich ja irgendwas mit diesen URLs anfangen. Es werden keine Informationen zur Webmention verschickt, die muss ich mir selbst holen. Also muss mein Plugin die Seite besuchen, von der aus die Webmention kam, und dann herausfinden, was denn da los ist.
Das war ein großes Learning, denn schnell habe ich gemerkt: Ich baue hier in erster Linie gar kein Webmention-Plugin, ich baue etwas, das tausend unterschiedliche Ausprägungen von Microformats verstehen muss. Und holy fuck, ist das eine große Scheiße – trotz vorhandener Parser, die ich nutzen kann.
Jede Seite verwendet die CSS-Klassen etwas anders. Manchmal habe ich es bei einem Datensatz mit Arrays zu tun, dann sind es wieder Strings, dann ist der Datensatz gar nicht da, sondern irgendwo anders verschachtelt eingebaut.
ich musste grosse teile meiner implementierung selbst machen, weil meine coding assistenz bei der umsetzung immer fehler einbaute. für mich ist das ein ständiges herantasten
Schreibt ix hier. Und so ist es leider auch. Weiter schreibt er:
so schön die idee von webmentions ist, die mascinenlesabarkeit ins html einzubauen, so sehr erschwert das die generische adaptierbarkeit. webmentions lassen sich nicht einfach per plugin einbauen, sondern sind auch immer auf die zuarbeit des theme angewiesen. ich finde das sehr bedauerlich, weil das alles so nützlich, praktisch und mächtig ist.
Leider. Und da stelle ich mir vor, dass jemand, der keine Entwicklerin ist, das jetzt hinbekommen soll. "Hinbekommen" heißt, zahlreiche Blogposts durchzulesen und sich dann auch noch durchs IndieWeb-Wiki zu kämpfen. Es ist wirklich schade.
Praktisch wäre es natürlich, die Daten direkt im Post-Request mitzuschicken, aber natürlich weiß ich an der Stelle dann auch nicht, was die Empfängerin an Details anzeigen möchte …
Beim IndieConnector habe ich derzeit für das Empfangen von Replies von Mastodon virtuelle Seiten am Start. Vielleicht ist das eine Lösung, müssen dann allerdings auch alle CMS hergeben.
Das funktioniert beim IndieConnector so, dass es sich neue Antworten auf einen Mastodon-Post holt, diese abspeichert und sich selbst dann eine Webmention schickt (noch). Und diese Webmention-URL, die dann verschickt wird, ist eine virtuelle Kirby-Seite. Sie enthält minimales HTML mit Microformats.
Das hat den Vorteil, dass ich nicht groß interpretieren muss, denn ich weiß schließlich genau, wie ich die Daten strukturiert habe, sie sind immer gleich.
Vielleicht wäre genau das eine Lösung. Plugins wie meines würden die URL zur virtuellen Seite verschicken, die eigentlich nur für die Maschine zu lesen ist. Immer gleich strukturiert, also immer eindeutig zu interpretieren. Besucht man die Seite mit dem Browser, wird man zur "richtigen" Seite umgeleitet.
Ist auch etwas hacky, funktioniert aber für diesen IndieConnector-Use-Case ganz gut.
Mehr für mich, aber öffentlich zugänglich,habe ich übrigens https://indieconnector.dev/ online stehen, dort kann man eine URL zu, beispielsweise, einem Blogpost eingeben und bekommt die Microformats so angezeigt, wie der IndieConnector sie interpretieren würde. Vielleicht hilft das ja ein bisschen.