Wackelkontakt

"Das Buch müssen Sie unbedingt lesen!", rief mir die Buchhändlerin beim Näherkommen euphorisch zu, "Das Buch ist wie die Bilder von Escher, wirklich lustig, kennen Sie den, den Künstler?".

Das konnte ich bejahen und fragte dann noch, ob albern lustig, oder nicht. "Nein", sagte die Buchhändlerin und war auch schon beim nächsten Kunden.

Ich hatte das Buch nicht einmal in der Hand, stand nur am Tisch auf dem es lag, wenn das schon solch einen Tatendrang auslöste, musste das Buch wohl wirklich gut sein. Ein vertracktes Escher-Buch klang ganz danach.

Im Roman werden mehrere Geschichten erzählt, die die Figuren im Buch gegenseitig lesen, also die jeweils anderen. Wie soll man das erklären? Als Leserin schlägt man das Buch auf und ist sofort mitten in Geschichte eins, deren Hauptfigur irgendwann ein Buch zur Hand nimmt und darin die Geschichte zwei liest, in der die Hauptfigur ein Buch liest, nämlich Geschichte eins.

Vielleicht kann man ahnen, worauf das hinausläuft.

Kann man. Leider. Die Erzählstränge selbst sind nicht sonderlich spannend, allenfalls stellenweise recht amüsant (aber nicht albern, wie versprochen). Die Verflechtung der Erzählungen ist anfangs ganz witzig, dann aber doch recht eintönig, und als sich eine weitere, größere Ebene auftut, hat man das bereits geahnt.

Dieser Struktur folgend, ist das Ende des Romans dann auch etwas ernüchternd, fast langweilig.

Das Buch wird getragen von diesen unmöglichen Verkettungen, das macht es interessant zu lesen, zog mich aber auch nicht so richtig mit und war an vielen Stellen zu vorhersehbar.

Ein Buch für ein paar Stunden nette Unterhaltung.

Hanser 978-3-446-28272-8
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