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Spring, Summer, Asteroid, Bird

Ich glaube, ich bin beim Durchscrollen meiner Mastodon-Timeline auf dieses Buch aufmerksam geworden. Es beschreibt die Unterschiede zwischen westlichem Erzählen und östlichem.

Geschichten, wie wir sie gewohnt sind, bestehen meist aus drei Akten mit einer klaren Struktur und Erwartung. Irgendwo in der Mitte sollte ein Konflikt entstehen und der sollte am besten schon vorher angedeutet werden. Geschichten enden dann mit der Auflösung dieses Konfliktes.

Das ist allerdings eine kulturrelle Gewohnheit. In Geschichten aus Asien greift meist eine Vier-Akt-Struktur, die uns dann überrascht oder gar enttäuscht zurücklässt (weil wir etwas anderes erwartet haben). Diese Struktur aber ermöglicht das Erzählen von "anderen" Geschichten, mit anderen Werten, und das fand ich interessant. Gerade weil immer mehr solcher Geschichten auch bei uns zu lesen und zu sehen sind (Parasite, Studio-Ghibli-Filme, Murakami).

Henry Lien beschreibt diese Struktur nicht nur mit vielen Beispielen, sondern hat das Buch genauso geschrieben. Ich habe mich dabei erwischt, dass ich es erst als "irgendwie langsam" empfand, bis mir klar wurde, dass eben jene Struktur angewandt wurde und meine Gewohnheiten griffen.

Eine interessante Lektüre, mit vielen Beispielen, von denen es ruhig etwas weniger hätte geben dürfen, stattdessen etwas mehr Tiefe über die Entstehung dieser Struktur und der östlichen Erzählkultur ganz allgemein.

ISBN: 978-1-324-07910-1 W. W. Norton
0 books by Henry Lien

Maurice says:

You should read it
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