Corona Alben
Während der intensiven Phase der Pandemie, als Corona allgegenwärtig war, wir mit Masken und abgezählten, vorher desinfizierten Einkaufswagen durch die Supermärkte schlichen, in der Hoffnung, noch Nudeln oder Dosentomaten oder gar Toilettenpapier zu bekommen – in der Zeit erschien einige Musik.
Viele dieser Alben, EPs und Singles hatten etwas Besonderes an sich. Sie waren intensiver. Oft schwang eine Verzweiflung in der Musik. Mich hat damals besonders "12" von AnnenMayKantereit mitgenommen.
Das Album hatte etwas Unfertiges. Im guten Sinne. Die Verzweiflung, die viele von uns mit sich trugen, aber auch ein bisschen Hoffnung, findet sich in und zwischen jeder Zeile. Ist das jetzt die Art, wie wir Musik machen? Treffen und zusammen musizieren ging nicht.
Ich habe mir das Album auf Platte gekauft und habe es ständig gehört. Mit dem Abklingen der Pandemie erklang auch die Platte immer seltener.
Als ich neulich durch meine Platten blätterte, überlegte ich kurz, sie mal wieder aufzulegen. Ging nicht. Ich mochte sie nicht hören. Sie gehört in diese bestimmte Zeit.
Beim Schreiben habe ich jetzt das Album auf den Ohren. Ich finde es musikalisch immer noch großartig, und so gezielt gehört, macht es immer noch etwas mit mir, wirkt fast wie eine verblasste Erinnerung.
Dennoch ist das Kapitel abgeschlossen. Das geht mir mit einiger Musik so. Ich mag sie nicht mehr hören, die Corona-Alben.