Nukular!

Wie vermittelt man eigentlich, dass an dem Ort, an dem man sich gerade befindet, hochgefährlicher Atommüll gelagert wird?

Verglichen mit der Geschichte, ist es neu, dass wir verantwortlich sind für unsere Nachkommen, weil wir ihnen die Umgebung, ihre Umwelt, auf eine Weise verändert haben, die für sie tödlich sein kann

Gerade wird wieder viel darüber diskutiert, ob man der Atomkraft nicht doch noch eine Chance geben sollte. Neben all der Bedenken, die es spätestens durch Tschernobyl oder Fukushima gibt, gibt es auch noch keine Lösung für das Müllproblem.

Die dringende Frage ist dabei nicht nur, wie man heute mit dem Atommüll umgeht. Sondern auch, wie man künftigen Generationen klarmacht, dass an einem Ort Atommüll gelagert wird.

Zwei Podcastfolgen behandeln das Thema detaillierter:

https://pca.st/uhncl3c2
https://pca.st/k184by18

Diese Kommunikation ist schwieriger, als ich zunächst vermutet hatte. Denn Atommüll strahlt auch noch in Tausenden, Millionen von Jahren. Über einen so langen Zeitraum kann und wird viel passieren. Sprachen werden sich ändern, Symbole nicht mehr eindeutig genug sein. Man lasse sich heute mal von einem Kind erklären, was das „Speichern“-Symbol eigentlich bedeutet. Und hier reden wir von nur wenigen Jahrzehnten.

Wie also kommuniziert man, dass dort etwas Hochgefährliches lagert, ohne zu wissen, welche Sprache in Zukunft gesprochen wird?

Wer weiß, wie sehr die Klimakatastrophe zuschlägt, die nächste Pandemie, der nächste Krieg? Wer weiß, wie viele Menschen es in 3000 Jahren noch gibt? Es braucht nicht einmal eine neue Lebensform, man braucht sich nur anzusehen, wie schwer es uns fällt herausfinden, wie vergangene Völker gelebt, gesprochen, geschrieben haben. Auch hier sprechen wir von wenigen Jahrtausenden.

Wie verhindern wir also heute, dass in 3000 Jahren eine Archäologin freudestrahlend (🥸) eine alte Höhle entdeckt und sie mit ihren Kolleginnen erforscht und offenlegt? Nicht wissend, dass dort unser strahlender Müll lagert?

Im Grunde müssen wir eine Sprache/Symbolik entwickeln, die sogar Außerirdische verstehen könnten, die bisher keinerlei Kontakt zu unserer Sprache und Umwelt hatten. Weil wir im schlimmsten Fall davon ausgehen müssen, dass etwas passiert, was die Menschheit auslöscht und daraufhin neue Lebensformen folgen, die vielleicht nicht einmal eine eigene Sprache entwickeln.

Ein, aus sprachlicher Sicht, sehr interessantes Thema. Und ein weiteres Argument gegen Atomkraft.

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