Das Berufsinformationszentrum hat mir mal geraten, am besten nichts mit Computern zu machen. Heute bin ich Webentwickler und arbeite mit Javascript, React, PHP und Co. Wie konnte das denn passieren?!


Etwa in der neunten Klasse waren wir im BIZ, dem Berufsinformationszentrum. Wir konnten/mussten dort ein Bewerungsverfahren durchspielen, unter Zeitdruck Aufgaben lösen, wie sie bei einer Bewerbung in einem Unternehmen vorkommen könnten.

Die Details erinnere ich nicht mehr so richtig. Ich vermute, dass ich in Mathe nicht besonders gut abgeschnitten habe, weil Mathe + Zeitdruck bei mir schon immer schlecht funktioniert hat. Ich erinnere aber sehr wohl das Ergebnis, welches mir präsentiert wurde.

 

Zu Beginn gab es noch ein kurzes Gespräch, in dem man erzählen konnte, was einem so vorschwebt, worauf man beruflich so Lust haben könnte. Ich weiß nicht mehr genau, was ich erzählt habe, vermutlich irgendwas mit Internet oder so. Ich habe mich damals intensiv mit Linux beschäftigt, mich an Webseiten versucht und bin erste, mäßig erfolgreiche, Schritte in Sachen Programmierung gegangen.

Die Empfehlung des BIZ für meine beruflichen Werdegang war: Du solltest am besten nichts mit Computern machen.

Wie sich das gehört, hat mich das nicht sonderlich interessiert. Ich habe was mit Computern gemacht. Erst eine furchtbare Ausbildung, während der ich zumindest Programmiergrundlagen gelernt habe, aber sonst sehr wenig (was auch an mir lag)… Na ja und währenddessen und seitdem bilde ich mich permanent selber weiter.

Heute arbeite ich bereits seit mehr als 15 Jahren fulltime als Entwickler. Für große Verlage, als Selbstständiger für zahlreiche bekannte und unbekannte Firmen… Ich habe Redaktionssysteme gebaut, einfache Blogs, an großen Systemen mitgearbeitet und bin vom Backend-Entwickler, zum Fullstack-Entwickler geworden und von dort aus weiter Richtung Frontend, woran ich heute arbeite (viel JavaScript, aktuell hauptsächlich React und einiges an PHP für meine Kirby-Plugins).

Das hätte mir damals im BIZ niemand zugetraut.
Zum Einen, weil unterschätzt wurde/wird, wie viel man sich auch außerhalb der offziellen Lehrsysteme beibringen kann, wenn man sich die Zeit nimmt. Zum Anderen, weil dort Leute saßen, die in ihre Datenbanken schauten und dort sahen, dass man nichts mit Computern machen kann, wenn man in deren Mathetests unter einem bestimmten Schnitt abschließt. Sie kannten aber "den Markt" nicht, wussten nicht, dass sich gerade im Web-Bereich zahlreiche Quereinsteiger tummelten/tummeln.

Ich bin ganz froh, dass ich nicht auf sie gehört und einfach weitergemacht habe.

Wer etwas in dieser Richtung machen will, möge sich ein kleines Ziel setzen und einfach anfangen loszuprogrammieren. Es gibt inzwischen sooo viele Informationen dazu im Netz. Wenn das Ziel erreicht ist, schnappt euch das nächst größere Ziel und bevor man sich versieht, ist man schon im Thema. Natürlich braucht es an vielen Stellen Erfahrung und tiefgreifendes Wissen, das erlangt man nicht von heute auf morgen. Aber einen Anfang hat man dann schon gemacht und das ist viel wert.

Lasst euch auf keinen Fall von Leuten einschüchtern, die eure Fähigkeiten anhand irgendwelcher Kennzahlen beurteilen. Probiert es einfach aus, am besten früher als später. Viel Erfolg!



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Das hätte ich dir auch raten können. Bin immer für dumme Tipps zu haben.

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Maurice

BIS - BerufsInformationsSerge

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