Hack Your Business Podcast
Staffel 1, Folge 25: Wann ist man erfolgreich?
Staffel 1, Folge 25: Wann ist man erfolgreich?
Wann ist man erfolgreich?

Wann ist man erfolgreich?

Diese Woche möchte ich mit dir über Erfolg sprechen. Ich werde kurz aufwerfen, was wir als erfolgreich betrachten und was es für alternative Blickwinkel gibt.

Stelle dir vor, du triffst eine Person, die dir erzählt, dass sie seit zwei Jahren selbstständig ist. Sie hat bereits zahlreiche Kunden, darunter ein paar Namen, die man durchaus kennt.

Sie hat gerade diese Kampagne für einen Verein designed, die Flüchtlingen Mut machen und eine Perspektive aufzeigen soll. Die Kampagne kam bereits sehr gut an, zahlreiche Flüchtlinge haben sich gemeldet und viele von ihnen konnte man unterstützen.

Würdest du sagen, diese Person ist erfolgreich?
Vermutlich schon.

Was, wenn sie dir dann erzählt, dass ihr Berufszweig so überlaufen ist, dass sie keine besonders hohen Preise nehmen kann und nur gerade so über die Runden kommt.

Würdest du jetzt immer noch sagen, sie ist erfolgreich?
Vermutlich nicht.

Schauen wir uns mal an, wie wir Erfolg eigentlich messen. Dazu habe ich mal ganz plump bei Wikipedia geguckt, wie genau die Definition von „Erfolg“ eigentlich lautet:

Der Begriff Erfolg bezeichnet das Erreichen selbst gesetzter Ziele. Das gilt sowohl für einzelne Menschen als auch für Organisationen
Quelle: Wikipedia

So ein Ziel kann ein sachliches Ziel sein z.B. ein bestimmte Geldsumme oder das Traumauto. Aber auch ein emotionales Ziel, z.B. Motivation oder Zufriedenheit.

Da dieser Podcast hier Hack Your Business heißt, lass uns noch mal kurz schauen, was Erfolg im unternehmerischen Kontext, also betriebswirtschaftlich, ausmacht:

Hier gibt es verschiedene Kategorien, im Handelsrecht misst man Erfolg so: Der Ertrag muss größer sein als der investierte Aufwand.

Bei einer Kostenrechnung ist man erfolgreich, wenn die Leistung höher ist als die Kosten

Und die für uns Unternehmer wahrscheinlich gängigste Definition: Die Betriebseinnahmen sind größer als die Ausgaben.

So weit zur Theorie. Lass uns mal einen Blick auf die Praxis werfen und damit zurück zu unseren Person von eben.

Nachdem wir gehört haben, dass unsere Beispielsperson zwar tolle und interessante Kunden hat, aber nur gerade so eben davon leben kann, würden wir vermutlich nicht sagen, dass sie erfolgreich ist.

In unserer Vorstellung sieht Erfolg für uns anders aus. Und da kommen wir recht nahe an den betriebswirtschaftlichen Blick heran.

In erster Linie definieren wir Erfolg damit, dass unsere Einnahmen die Ausgaben überschreiten UND - und damit gehen wir noch einen Schritt weiter als die Theorie: am Ende des Monats sollten man am besten noch einen möglichst üppigen Überschuss haben.

Erfolg ist also, wenn man seine Rechnung bezahlen und zusätzlich
seinen Wohlstand mehren kann.

Für manch einen bedeutet Erfolg auch, dass man mehr Geld verdient und dafür weniger arbeitet. Der Traum vom passiven Einkommen. In der Sonne sitzen und dem Kontoinhalt beim Wachsen zuschauen… ja ja…

Und dann spielt bei vielen von uns noch eine emotionale Komponente mit. Erfolg das heißt für viele auch, einen gewissen Einfluss zu besitzen. Ein Leader zu sein, anerkannt zu werden. Manch einer möchte vielleicht sogar verehrt werden, Fans haben, gerade wenn man so in Richtung YouTube schaut, ist das durchaus möglich.

Demnach hat unsere Beispielsperson keinen Erfolg.

Vielleicht ist es aber sinnvoll die eigene Erfolgswahrnehmung ein bisschen zu verschieben.

Die Sache mit der Flüchtlingskampagne hat ja vielen Menschen geholfen. Auch wenn unsere Person damit nicht reich geworden ist, sie hat ja ein Ziel erreicht und etwas bewirkt.

Das kann nämlich auch ein großer Erfolg sein: etwas bewirken, einen Missstand zu etwas Gutem ändern oder vielleicht auch einfach nur darauf aufmerksam machen.

Man kann auch von Erfolg sprechen, wenn man einen Kunden zufrieden stellt, auch wenn man daran nicht übermäßig viel verdient. Z.B. wenn daraus Folgeaufträge generiert werden können, die mehr Einnahmen bringen.

Kurzfristig ist das kein Erfolg, auf lange Sicht schon.

Erfolg kann aber auch noch eine ganz andere Komponente haben: Zufriedenheit. Ich behaupte es ist ein großer Erfolg einen Job auszuführen, an dem man Spaß hat und der einen zufrieden stellt. Wenn man einer Tätigkeit nachgeht, bei der man am Montagmorgen nicht denkt: „Scheiße jetzt muss ich wieder arbeiten!“

Dann ist das für mich ein großer Erfolg. Für manch einen ist dieses Ziel viel wertvoller als finanzieller Erfolg. Vielleicht mag der eine oder andere sogar weniger verdienen als in seinem vorherigen Job - aber viel glücklicher mit der neuen Situation sein.

Auch das ist Erfolg.

Erfolg kann also viel mehr sein als nur Zahlen auf dem Papier. Und bevor du im Büro sitzt und rechnest und rechnest, wie viel du verdienen musst, damit du genauso erfolgreich bist wie Person X, halt mal kurz inne und überlege, ob es für dich, neben der finanziellen Komponente noch eine andere gibt.

Und wenn du das gemacht hast, dann schreib mir einen Kommentar!

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