Hack Your Business Podcast
Staffel 3, Folge 3: Fehlerseiten (404) optimieren
Staffel 3, Folge 3: Fehlerseiten (404) optimieren
Fehlerseiten (404) optimieren

Image via Pexels

Fehlerseiten (404) optimieren

Schon mal auf einer 404 Fehlerseite gelandet? Sicherlich schon häufiger und sicherlich hast du dich das ein oder andere Mal etwas verloren gefühlt. Als Seitenbetreiber sollten wir da etwas gegen tun.

Was ist eine 404 Meldung?

Ich habe vor Jahren mal einen Blogpost kommentiert. Der Blogpost gab Tipps zu einem Code-Editor, den ich benutze, um Webseiten zu erstellen. Die Tipps waren gut, aber ich hatte noch ein paar Ergänzungen, über die ich auch schon geschrieben hatte. Also habe ich meine Tipps in den Kommentar geschrieben und habe meinen Blogpost auch noch ganz frech verlinkt.

Soweit so gut. Allerdings hatte der Kommentarbereich auf der Webseite einen Bug. Ich hatte die URL zu meinem Beitrag in Klammern geschrieben, was dazu führte, dass die schließende Klammer in den klickbaren Link aufgenommen wurde.

Da der Beitrag, den ich kommentierte ziemlich gut besucht war, klickten auch viele Leute auf meinen Link und landeten immer auf meiner 404-Seite. Denn den Link, den sie angeklickt haben, gab es nicht. Die Klammer klebte ja da dran. Die Leute sahen also nicht meinen Blogbeitrag, sondern eine Fehlermeldung.

Wie kommt so eine 404 zustande?

Das ist nur eine Möglichkeit, wie man auf so eine 404-Seite gelangen kann. 404, das steht übrigens für „File not found“, also Datei oder Dokument nicht gefunden.

Oftmals sind es Tippfehler, die uns auf solche Seiten leiten oder die verlinkte Seite war einfach schon so alt, dass sie irgendwann gelöscht wurde. Vielleicht, weil sie nicht mehr relevant war.

Was macht eine standard 404 Seite?

Viele 404-Seiten sind sehr einfach gehalten. Das ist auch gut, denn wenn der Besucher schon nicht das bekommt, was er erwartet, dann sollte man ihn nicht noch mit einer langsamen und viel zu großen Seite ärgern.

Die Standard-404-Seite teilt dem Browser zunächst mal mit, dass ein Fehler aufgetreten ist. Sie schickt einen s.g. Header an den Browser, das bekommt man als Besucher nicht mit. Dieser Header enthält den Fehlercode 404 und somit weiß der Browser oder auch die Suchmaschine, dass es sich nicht um die gewünschte Seite handelt, sondern diese eben nicht gefunden wurde.

Die eigentliche Seite sieht dann oftmals so aus:
Der normale Seitenkopf mit Logo und Navigation, der Seitentitel enthält etwas wie „404 - Seite nicht gefunden“ und dann gibt es noch einen kurzen Text darunter, der einem das auch noch mal mitteilt. Und das ist schlecht.

Warum ist das schlecht?

Hast du mal geschaut, wie die 404-Fehlerseite auf deiner Webseite aussieht? Diese Seite wird meist gar nicht beachtet.

Wenn ich Webseiten programmiere und die Daten vom Designer bekomme, dann gibt es meist nichtmal einen Screen für Fehlerseiten. Geschweige denn ein Konzept. Meist macht sich niemand Gedanken darüber. Bis zu dem Punkt an dem sich Fehler merklich häufen. Warum auch immer. Ich wette, die meisten meiner Hörer, wissen nicht, wie ihre Fehlerseite aussieht.

Dabei sollte man sich gerade bei dieser Seite ein paar Gedanken machen. Die einfache Fehlerseite ist ja schön und gut, aber sie hat ein paar offensichtliche Macken.

Wenn ich als User auf einen Link klicke und dann so eine Fehlerseite sehe, was mache ich dann? Mir das passende Keyword überlegen? Das Suchfeld oder Icon finden, das Keyword eingeben und dann in den Suchergebnissen schauen, ob ich die gewünschte Seite finde?

Wohl eher nicht.

Ich drücke cmd+w und zu ist der Browsertab! Weg bin ich!

Was kann man besser machen?

Wenn du mir eine Fehler präsentierst und mir dann nicht hilfst, dann bin ich weg. Warum sollte ich mich als User darum bemühen müssen diesen Fehler zu umgehen?

Wir müssen an der Stelle also den User an die Hand nehmen und ihm den Weg zeigen.

Die einfachste Variante ist, die Seite etwas zu pimpen. Man könnte die beliebtesten Beiträge anzeigen oder die fünf neusten Blogposts oder eine Liste von Kategorien. Irgendwie so etwas.

Man kann sich aber auch ein bisschen mehr Mühe geben. Auf meiner Seite habe ich die 404 Fehlerseite mit einer Suche verknüpft.

Wird diese Seite aufgerufen, schnappe ich mir die URL, die eingegeben wurde und nehme sie auseinander. Ich schmeiße alles weg, was ich nicht brauche und teile den Rest in einzelne Keywords auf.

Sobald ich diese Keywords habe, rufe ich automatisch meine Suche auf, gebe ihr diese Keywords mit und zeige schließlich die Suchergebnisse an.

Das passiert alles im Hintergrund. Der User klickt also einen fehlerhaften Link an, kommt auf meine 404 Seite und bekommt im besten Falle die Fehlermeldung und eine Liste von Artikeln, die zum fehlerhaften Link passen könnten.

Damit habe ich messbare Erfolge. Natürlich ist bei vielen Usern der Reflex da, sofort den Tab zu schließen, wenn sie die 404-Meldung sehen, aber ein Großteil der User klickt auf einen der vorgeschlagenen Artikel und meist ist sogar der gewünschte ganz vorne mit dabei.

Der Besucher ist glücklich, weil er seinen Artikel gefunden hat und ich bin auch glücklich, weil er nicht abgesprungen ist.

Meiner Meinung nach, sollte so eine gute Fehlerseite funktionieren.

Der Link in meinem Kommentar wird übrigens immer noch - obwohl er schon ein paar Jahre alt ist - geklickt. Ich weiß also, dass dieser eine kaputte Link immer wieder auftauchen wird und möchte eigentlich dann nicht erst den Weg über die 404-Seite gehen. Was man in dem Fall machen kann? Man kann bekannte Fehler-URLs serverseitig umleiten. Dieser falsche Link wird also direkt auf den richtigen umgeleitet, ohne dass der User das bemerkt.

Ich habe das auf meiner Seite selber gebaut. Wenn du aber ein CMS wie WordPress benutzt, findest zu zahlreiche Plugins, die dir diese Arbeit abnehmen. Zum Einen Plugins für erweiterte 404-Seiten, aber auch Plugins mit denen du URLs direkt weiterleiten kannst.

Schau dir mal deine Fehlerseite an und überleg dir, ob du was verbessern kannst. Nicht, dass deine User ins Leere laufen und verschwinden.

Das ist doch eine gute Hausaufgabe für nächste Woche ;)

1
2
blog comments powered by Disqus