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Folge 013: Expertise verschenken
Folge 013: Expertise verschenken

Expertise verschenken

Expertise verschenken

Wenn du dein Wissen, dein Können, wohlmöglich dein Produkt verschenkst, profitieren alle Beteiligten davon, du auch. Du kannst sogar trotzdem damit Geld verdienen.

Ich bin Webentwickler und in der Entwickler-Szene wird ganz viel verschenkt. Wenn jemand ein Problem löst, dann bloggt sie darüber, oder veröffentlicht den Code der Lösung. Es ist völlig normal sich gegenseitig zu helfen und die eigene Lösungen zu präsentieren und zu teilen.

Das Web ist offen

Das heutige Internet, insbesondere das Web, würde ohne den Gedanken des Teilens gar nicht existieren. Das Fundament des Webs ist ein OpenSource-Fundament.

Der Webserver, den dein Hoster benutzt, basiert auf OpenSource-Code, die Linuxdistribution auf dem die Serversoftware läuft auch. Das World Wide Web hätte auch eine geschlossene Lösung sein können, aber man entschied sich dazu, die Technik allen verfügbar zu machen. Wäre das nicht der Fall gewesen, hätte wir wahrscheinlich etliche Insel-Lösungen, wie damals z.B. AOL. Unsere Welt sähe entscheidend anders aus.

Diese Grundgedanke des Teilens treibt das Web an und ist in vielen Entwicklerköpfen fest verdrahtet. Man schaue sich nur mal die abertausenden von öffentlichen Code-Repositories auf GitHub an, in denen Entwickler ihre Quellcodes veröffentlichen und verfügbar machen.

Das soll nicht heißen, dass man alles, was man schafft, verschenken soll. Mal ganz abgesehen davon, dass man auch mit OpenSource Geld verdienen kann. Es macht aber durchaus Sinn, Dinge zu teilen.

Meine Webseite basiert auf dem Kirby CMS und für das CMS gibt es lange noch nicht so viele Plugins wie z.b. für WordPress. Wenn man also eine bestimmte Lösung braucht, muss man sie sich oft selber bauen. Das mache ich auch so. Es gab z.B. keine Podcastinglösung. Also habe ich eine gebaut. Ich wollte meine Seitenstatistiken auf eine bestimmte Art und Weise in der Kirby-Admin-Oberfläche sehen. Also habe ich mir ein entsprechendes Plugin dafür gebaut. Und dann habe ich beides kostenlos zur Verfügung gestellt. Jeder kann sich auf GitHub meinen Quellcode nehmen und die Plugins auf der eigenen Webseite verwenden.

Weshalb man dazu beitragen?

Zuerst einmal basiert so viel von dem, was wir nutzen darauf, dass andere es uns kostenlos zur Verfügung stellen. Da ist es eine gute Sache, auch etwas zu geben. Ich freue mich drüber, wenn andere Leute meinen Code benutzen und ich ihnen etwas Arbeit sparen konnte.

Unter Businessgesichtspunkten

Wenn du nützliche Dinge verschenkst, wird dein Umfeld auf dich aufmerksam. Man registriert dich. Und zwar in einem positiven Sinne, denn du hilfst. Wenn du deine Sache gut machst, dann wirst du in den Augen der anderen automatisch professioneller wirken. Denn du konntest eine Lösung für ihr Problem bieten.

Das schafft vertrauen. Und noch viel wichtiger: Bindung. Du bist eben nicht derjenige, der seine Webseite online stellt und damit rund um die Uhr Kohle machen will, der aus allem Profit schlägt. Du arbeitest nicht nach dem Motto: „Geld her und weg!

Du bist der, der sich etwas praktisches überlegt, es dann verschenkt und sagt: „Hier ist meine Lösung, nehmt sie euch, wenn sie euch hilft“.

Und du kannst sicher sein, wenn jemand dann trotzdem nicht weiterkommt oder ein ähnliches Problem hat, er oder sie wird an dich denken. „Hey, da war doch der Frau Müller, die Produkt X online gestellt hat, vielleicht kann die uns helfen“.

So kann dann vielleicht aus etwas Kostenlosem etwas werden, was wertschöpfend ist. Obwohl ich der Meinung bin, dass es nicht von Nutzen ist, immer alles zu tun und zu machen, um hintergründig damit doch Geld zu machen. Das kann auch den guten Geist der Dinge kaputt machen.

Möglichkeiten

Wenn du dich jetzt fragst: „Und? Ich bin kein Entwickler, was kann ich denn verschenken?“

Es gibt so viele Möglichkeiten!
Wenn du Fotograf bist, kannst du Bilder online stellen und zur freien Verfügung stellen. Oder du hast dir eine Vorlage für Keynote oder Powerpoint gebaut, die du teilen kannst. Vielleicht hast du ein interessantes PDF erstellt. Und vielleicht hast „nur“ eine tolle Idee oder einen Lösungsansatz, über den du schreiben kannst! Ein Blogpost der eine Problemlösung beschreibt, kann genauso viel Wert sein, wie ein WordPress-Plugins, was man kostenlos anbietet.

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