Lehmanns Erzählungen
Oskar hat mich mit dem großartigen Titel "100 Jahre Siegfried Lenz: Wer hat das Naturkundemuseum leergesoffen?" in seinen Beitrag gelockt. Na gut, ich mag den Lenz ohnehin sehr gerne und den Oskar lese ich auch gerne, eine große Verlockung hat es da also nicht gebraucht.
In Lenz’ Buch, das ich als Taschenbuch nur noch gebraucht fand, geht es um den Ich-Erzähler Lehmann, der aus der Not der Nachkriegszeit seinen Vorteil schöpft. Denn aus dem Krieg nach Hamburg kommend, im Gepäck zahlreiche Sahnelöffel, findet er schnell heraus, wie er seinen noch bescheidenen Löffelwohlstand gegen wertvollere Utensilien eintauschen kann. Schnell ertauscht er sich einen Ruf auf dem Schwarzmarkt und zieht immer größere Geschäfte ans Land, die er oftmals mit Ach und Krach, aber dann doch irgendwie erfolgreich abschließt.
Und so ist er dann doch traurig, als die Zeiten großer Not dem Ende entgegengehen, der Schwarzmarkt verschwindet und seine Fähigkeiten wohl nicht mehr gebraucht werden. Der normale Markt, der reizt ihn nicht, der Nervenkitzel fehlt.
Die knapp 98 großbedruckten Seiten habe ich schnell gelesen. Das Buch ist eine schöne Abwechslung voller skurriler Geschichten, die einen mitziehen, gerade wenn man, wie ich, auch so manche Geschichte der eigenen Großeltern aus der selben Zeit in Hamburg kennt.