Zeiterfassung für Entwickler

Zeiterfassung für Entwickler

Warum ich meine Zeiten erfasse

Wenn ich meine Zeit realistisch planen will, dann brauche ich Anhaltspunkte. Das ist nicht nur dann der Fall, wenn ich ein Angebot schreibe, das betrifft meine Arbeit ganz allgemein. Schließlich bin ich als Selbstständiger dafür verantwortlich, dass ich meine Aufgabe auch fertig bekomme und zwar auch dann, wenn sich Jobs überschneiden oder gar parallel laufen.
Dazu muss ich wissen, wie lange bestimmte Aufgaben dauern. Das variiert natürlich immer ein bisschen, aber ich brauche trotzdem einen Anhaltspunkt. Außerdem will ich wissen, wo viel Zeit verloren geht. Darum tracke ich auch Dinge, die nichts direkt mit der Arbeit zu tun haben. Wenn ich z.B. einen Artikel lese oder mal kurz über meine Twitter-Timline gucke.
So habe ich am Ende des Tages einen ziemlich guten Überblick darüber, wie produktiv ich eigentlich war und kann ggf. Abläufe optimieren.
Darüber hinaus erkenne ich Wiederholungen. Diese kann ich dann bündeln oder vielleicht sogar automatisieren.

Mein Problem mit der Zeiterfassung

Eigentlich lässt sich das kurz zusammenfassen: Dranbleiben. Morgens vergessen die Tracking-App zu starten? Dann lohnt sich das ja jetzt auch nicht mehr. Damit darf man gar nicht erst anfangen und ich ertappe mich leider immer wieder dabei.
Ein weiteres Problem ist, dass es für die Mac-Programm nicht auch immer passende mobile Apps gibt. Dann muss man Zeiten nachtragen, wenn man z.B. beim Kunden war.
Schwierig ist auch die Detailgenauigkeit. Wie detailliert soll ich messen? Jede Task für sich? Aufgabenblöcke? Das entscheide ich von Fall zu Fall, doch manchmal fällt mir das wirklich schwer.

Womit tracken?

Ich habe schon diverse Programme ausprobiert. Angefangen bei einfachen Text-Dokumenten, in denen ich Zeiten eintrage. Grundsätzlich kann ich sagen: je mehr Zeit ich in die Pflege meiner Zeiterfassung investieren muss, desto unwahrscheinlicher ist es, dass ich es lange durchhalte.
Ich habe lange Zeit Timings benutzt, was mir besonders nach dem letzten Update gefiel. Neuerdings bin ich bei Tyme gelandet, weil ich dort die Statistiken schöner finde (und darum geht es mir ja gerade).

Beide Programme haben den Nachteil, dass ich aktiv einstellen muss, was ich gerade tue. Das ist nicht besonders schwierig, die Programm hängen in der Menubar und sind nur einen Klick entfernt, aber wieso sich nicht diesen Klick sparen?

WakaTime

Ich bin neulich auf WakaTime gestoßen und war sofort angetan. WakaTime nistet sich in den Editor Ihrer Wahl ein (bei mir Sublime Text) und trackt was man dort tut. Es erkennt Programmiersprachen, Dateinamen und Projektnamen. Und wann immer ihr etwas im Editor tut, WakaTime registriert dies und trackt die Zeit. So habt ihr am Ende des Tages eine ziemlich genaue Übersicht darüber, was ihr entwickelt habt.

Nachteile

Bei der Benutzung von WakaTime muss klar sein, dass Informationen wie Dateinamen, Programmiersprache, Projektnamen etc. an die Server von WakaTime gesendet werden. Macht euch bewusst, dass das evtl. Rückschlüsse darauf zulässt, an was und für wen ihr arbeitet und dass das ggf. mit einem NDA kollidieren kann!
Ein weiterer Nachteil ist, dass man als Entwickler meist nicht nur im Editor arbeitet. Da werden E-Mails beantwortet, im Terminal gearbeitet und und und. All das wird natürlich nicht erfasst. Für eine umfassende Zeiterfassung ist WakaTime also eher nicht geeignet. Wer wissen will, was er so den ganzen Tag über programmiert, der ist allerdings sehr gut damit bedient.

Fazit

WakaTime ist eine nett Idee, deckt aber nicht alles ab. Wer umfangreich tracken will, sollte auf „klassische“ Zeiterfassung setzen.

Timings
Tyme
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WakaTime
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Timecamp

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