RSS-Clubs


There is a new kid in town. RSS-Clubs. Ein paar der Blogs, die ich lese, veröffentlichen Beiträge nun ausschließlich per RSS.


Die erste Regel des RSS-Clubs lautet: Sprich nicht über den RSS-Club! Na, das habe ich ja prima gemacht. Ich oller Spielverderber…

RSS-Clubs sollen ein Gegenpol zu Social Media sein. Und sie sollen geheim sein:

Don’t talk about it. Let people find it. Make it worthwhile.

Die Idee dahinter ist ja an sich ganz nett. Wer RSS-Feeds liest, soll mit besonderen Inhalten belohnt werden. Das ist nur nicht ganz zu Ende gedacht.

Ich finde RSS toll. Ich finde, man sollte den Menschen RSS wieder schmackhaft machen. Ich finde, jede Seite sollte einen RSS-Feed anbieten.

Wenn Blogs und andere Arten von Webseiten ein Gegengewicht zu Facebook und Co. sein sollen, dann müssen sie ganz besonders offen sein. Damit meine ich, dass die frei zugänglichen Beiträge auch über Kanäle wie RSS ausgespielt werden, dass es möglich ist, zu interagieren, zu kommentieren, sich zu vernetzen.

Und daher erschließt sich mir diese Idee nicht.

Wenn ich möchte, dass Menschen weg von Social Media gehen, dann muss ich sie doch an die Hand nehmen und einladen. Warum sind denn die Plattformen so beliebt? Weil sie so einfach zu bedienen sind.

Ich kann also bestimmte Inhalte nur noch per RSS-Feed veröffentlichen und niemandem davon erzählen. Das freut die paar RSS-Leser:innen vielleicht. Sorgt aber auf jeden Fall dafür, dass noch weniger Leute meine Beiträge lesen. Und sorgt ganz bestimmt nicht dafür, dass mehr Menschen RSS-Feeds lesen. Sie wissen ja nichts davon!

Dahinter steckt eine Form von elitärem Gedanken. Wir, nicht die. Die coolen Kids, die noch RSS-Reader benutzen. Ja, das ist gut. Aber warum so viele Leute ausschließen?

Warum nicht hingehen und sagen: Ich veröffentliche bestimmte Inhalte jetzt nur noch per RSS und hier erkläre ich dir, wie du sie lesen kannst!

Vielleicht überzeugen wir so ein paar mehr Menschen, RSS zu nutzen. Das halte ich für weitaus sinnvoller, als Beiträge zu verstecken, um ein Gegengewicht zu schaffen und dann niemandem davon zu erzählen.

Fazit: Ich halte die Idee für witzig. Ich finde, es ist quatsch das geheim zu halten. Also bin ich dann wohl ein kleiner Spielverderber.

Bei mir wird es also einen solchen Club in der Form nicht geben. Ich weiß, dass andere Blogger:innen das ganz super finden und ich würde sie euch auch gerne empfehlen, habe aber das Gefühl, dass das jetzt eine Art Fingerpointing wäre und ich will ihnen ja nicht den Spaß verderben.

Abonniert doch einfach mal eure Lieblingsseiten per RSS, vielleicht habt ihr ja Glück und findet auf diesem Weg interessante neue Beiträge und werdet automatisch Clubmitglied.

RSS ist so oder so eine gute Idee.