Ich bin süchtig

Ich rede da ungern drüber, aber wir sind ja hier unter uns und ich habe das Gefühl, dass ich dir von meiner Sucht erzählen kann, ohne direkt von dir verurteilt zu werden.

Ich bin konsumsüchtig.

Ich sehe schon vor mir, wie du die Augen verdrehst, „ich wusste, dass irgend so etwas kommen würde…“

Ja, gut, ich gestehe, ich bin dahingehend vielleicht etwas berechenbar. Aber es ist die Wahrheit und für mich ein großes Problem. Ein Problem, an dem viele Andere auch leiden.

Meine Konsumsucht zeichnet sich nicht dadurch aus, dass ich täglich tausende von Euro auf Amazon ausgebe, sondern durch das Konsumieren von massenhaft Blogposts, Podcasts und Videos.

Die meisten Dinge, die ich so zu mir nehme, sind durchaus themenbezogen. Und das ist ja auch immer eine wunderbare Ausrede.

Ich folge einigen Personen auf YouTube, die meisten davon posten mindestens einmal die Woche ein neues Videos. Ich habe eine Liste an Seiten, die ich täglich besuche und noch viel mehr Seiten, die ich über Feedly lese.

Zu einem gewissen Teil gehört das natürlich zu meinem Job. Als Entwickler, gerade als selbstständiger Entwickler, muss ich dafür sorgen, dass ich immer auf dem neusten Stand der Technik bin. Und das funktioniert nun mal am besten indem man Technik-Blogs und -Seiten liest.

Aber abseits davon lese, höre und schaue ich mir viele Business-Tipps und so weiter an. Ich weiß nicht, wie lang meine „Zu lesen“-Liste ist, aber ich glaube, ich bräuchte schon einen längeren Urlaub um da mal irgendwie hinterher zu kommen.

Das Problem ist Folgendes:

Und darum geht es mir ja eigentlich, um das Schreiben von Artikeln.

Ich lese etwas Interessantes und denke: „Mensch, das Thema kannst du auch mal aufgreifen“, setze es auf meine Liste und lese dann den nächsten Artikel - anstatt zu schreiben.

Ich konsumiere zu viel und das bringt einen nicht wirklich weiter. Wenn man ein Blog, einen Podcast, einen Newsletter, was auch immer, aufbauen will, dann muss man verdammt noch mal auch Inhalte liefern.

Jeder Artikel, den ich lese, hält mich aber davon ab. Und das ist das Problem. Das ist das Problem, was so viele haben. Deshalb schießen gerade diese ganzen Coaching-Webinare aus dem Boden.

Die Leute verlieren sich in solchen Webinaren und Onlinekursen. Sie buchen sie, konsumieren sie und lenken sich damit von den eigentlichen Aufgaben ab. (Und leider, leider gibt es viel zu viele Seminare da draußen, die von Leuten geführt werden, sie selber gar keine Erfahrung vorzuweisen haben und sich alle gegenseitig kopieren - aber das ist eine andere Geschichte.)

Und warum willst jetzt selber noch so Onlinekurse in die Welt setzen?“, fragst du dich jetzt vielleicht zurecht.

Weil mein Antrieb es seither ist, Dinge besser zu machen. Deshalb wird es bei meinen Kursen einen Praxisteil geben, durch den man geführt wird. Deshalb werden die Kurse eben so aufgebaut sein, dass man mit einem Ergebnis da raus geht.

Bis dahin sollte wir aber alle unsere Alltagssüchte in die Griff bekommen und uns fragen: „Bringt mich dieser Blogpost wirklich weiter? Kann ich die Zeit vielleicht besser mit schreiben verbringen?

Für diesen Newsletter stellt sich die Frage natürlich nicht ;) Und deshalb folgt kommende Woche schon wieder die nächste Ausgabe.

Bis dahin wünsche ich dir eine gute Zeit.

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