Das ist die zweite Version, hier wird langsam eine Art Drehbuch sichtbar. Es gibt Regieanweisungen. Wie man merkt, steckt hier noch viel mehr Technik drin und hat noch einen leicht anderen Schwerpunkt.

OUTLINE

Ich kann nicht an der Stelle weiter machen, an der ich aufgehört habe. Ich muss ein paar Schritte zurücktreten und wieder langsam anfangen. Vor der großen Blockade war es nicht nur der Podcast, auch das Blog und der Newsletter brauchten neue Inhalte. Würde ich jetzt wieder mit allen dreien anfangen, bin ich mir ziemlich sicher, dass bereits nach kurzer Zeit abbrechen werde.

Also konzentriere ich mich nur auf eine Sache. Auf die Sache, mit der ich in der Vergangenheit die wenigsten Schwierigkeiten hatte, dem Bloggen.

Dachte ich.


Ein Blick auf mein Blogsetup sorgte allerdings für das Gegenteil. Ich hatte alles in mein Setup eingebaut, was man sich so wünschen kann. Und so musste ich für jeden Blogpost enorm viel tun, um ihn zu veröffentlichen. Ich brauchte nicht nur den Text, ich brauchte auch immer einen Teaser, ich brauchte ein Bild in mindestens vier unterschiedlichen Formaten. Die passende Kategorie und ein paar Dinge mehr.

Selbst, wenn ich einen Text fertig geschrieben und ins CMS überführt habe, konnte ich ihn nicht einfach veröffentlichen. Ich musste erst auf die Suche nach einem Bild gehen, dann fand ich nicht sofort das passende, musste das alles korrekt einstellen und konnte dann irgendwann veröffentlichen. Diese ganzen tollen Möglichkeiten wurden durch mein Setup zur Pflicht und sorgten irgendwann dafür, dass ich das Bloggen wieder eingestellt habe.

Dann kam der neue Editor, der ähnlich funktioniert wie Gutenberg von WordPress. Geil, dachte ich, da kann ich ja richtig coole Artikel mit zusammenbauen und das tat ich dann auch. Ich habe mir ein paar alten Podcastfolgen geschnappt und habe mal die Möglichkeiten ausprobiert, die mir da jetzt zur Verfügung standen.

Das Resultat sind Beiträge wie der über Anchor.fm der nun irgendwie zum Mindestmaß eines guten Artikels geworden ist. Mit seinem Umfang, seiner Aufmachung, den Illustrationen usw. Alles musste sich daran messen.

Wenn man aber im Alltag einfach nur mal einen Blogpost schreiben und veröffentlichen will, dann kann man diesen Standard nicht halten und will das meist auch gar nicht. Und übrigens: man braucht es auch nicht. Das hat nichts mit minderer Qualität zu tun, sondern damit, dass Texte eben halt auch einfach für sich stehen können.

Was ich also gemacht habe: Ich habe angefangen meine ganze Seite zu vereinfachen. Gar nicht unbedingt sichtbar nach außen, sondern intern. Ich habe es mir extrem leicht gemacht, Artikel zu veröffentlichen. Mit nur wenigen Mausklicks und ohne notwendige Bilder und Ähnliches.

Das Resultat: Ich konnte einfach und schnell neue Posts veröffentlichen und habe auf einmal auch wieder damit angefangen. Mehrfach die Woche habe ich kurz Notizen veröffentlicht. Und auch wenn das bei weitem keine besonders guten Texte waren, tat es gut, zu sehen, dass etwas passiert, dass ich schreiben und veröffentlichen kann. Dass sich etwas bewegt.

Das Setup


In den Jahren 2015 und 2016 habe ich jede Woche mindestens drei Beiträge veröffentlicht. Jeweils einen Blogpost, eine Podcastfolge und meinen Newsletter.

Thematisch hingen die alle zusammen, hatten also die selbe Grundlage, ich musste mir nicht jede Woche drei komplett unterschiedliche Themen überlegen, sondern konnte für jedes Medium die passenden Aspekte raus picken.

Man könnte sagen, das funktionierte ganz gut. Der Podcast gewann schnell an Hörern, einige davon meldeten sich für den Newsletter an und sie lasen meine Blogposts. Außerdem bedachte mich Google mit vielen neuen Lesern. Es lief gut, man kann es nicht anders sagen.

Ich setzte mich immer wieder hin und plante ein paar Wochen im Voraus, um nicht Gefahr zu laufen, keine Themen mehr zu haben. Was anfangs ganz gut lief…

Das Problem

Boaw… morgen ist schon wieder Freitag und ich hab noch kein Thema für nächste Woche…

… dann habe ich es schleifen lassen.

Was habe ich denn hier noch für Zettel? Pfff… Nee… Das auch eher nicht… Oaarrr, das sind alles so Sachen, da habe ich echt keinen Bock drauf, das Dauer alles so ewig, bis das geschrieben ist…
Finde ich hier noch irgendwas, was sich einigermaßen schnell schreiben lässt?

Computer Geklacker

Mal durch den Feedreader gucken, ob sich da ne Inspiration finden lässt…

Und so habe ich einen Großteil meiner Schreibtage nicht mehr damit verbracht, zu schreiben, sondern damit, mir Themen aus den Fingern zu saugen. Mit abnehmendem Erfolg.

Schließlich entschloss ich mich, eine Pause zu machen. Die laufende Podcast-Staffel würde ich abschließen und die paar Wochen Pause nutzen, um frische, neue Themen zu sammeln. Zwischendurch könnte ich ja noch mal ein bisschen bloggen. Oder auch nicht.

Die Pause dauerte fünf Monate. Und unterbrochen habe ich sie nur, weil ich eine Anfrage für einen Beitrag reinbekommen habe. Also habe ich zwei Podcastfolgen produziert und dann nichts mehr. Gar nichts mehr. Bis heute ist keine neue Folge erschienen. Ich hab’s einfach sein lassen, komplett.

Alles ist so kompliziert

Ich habe es nicht einmal geschafft, ein paar Blogartikel zu veröffentlichen. Im Jahr 2018 habe ich 8 Blogbeiträge veröffentlicht. Die Hälfte davon waren Hinweis auf Updates meiner Tools und ein kümmerlicher Ausblick, wie es mit meinem Podcast weitergehen sollte.

Acht Beiträge. Wow… In einem Jahr! In der Vergangenheit hatte ich 12 Beiträge pro Monat veröffentlicht!

Ich sehe ein, dass die Veröffentlichungsrate jetzt nicht unbedingt ein Qualitätsmerkmal ist. Aber das macht halt deutlich, wie groß die Probleme waren, ja immer noch zum Teil sind.

Warum das mit dem Podcast so schwierig war, das ist noch mal ne ganz andere Geschichte. Aber das mit dem Bloggen, was mir eigentlich nie besonders schwer gefallen ist, das war komisch. Das war vielleicht alles ein bisschen zu viel damals…

Wenn ich mir mal so ansehe, was… Obwohl… Eigentlich fiel es mir auch leicht, jede Woche diese drei Beiträge zu schreiben. Solange ich mir selber genug Zeit dafür gegeben hatte, ging das. Ich hatte in einer langen Session nach Themen gesucht. Habe die geplant, hatte dann eine Sammlung von Artikelideen, aus der ich mich bedienen konnte und ich hatte immer im Voraus geschrieben.

Das ging.

Es war nicht die einfach nur die Menge, die mir Probleme bereitet hat. Klar, die Themen blieben irgendwann aus, auch einfach, weil ich mich weiterbewegt hatte und die Themen mich selber gar nicht mehr so reizten…

Aber warum habe ich dann fast komplett aufgehört zu bloggen? Ich meine, was ich in mein Blog schreibe, ist doch eigentlich frei von bestimmten Themengebieten.

Computer Klicken

Na gut… wenn ich mir so anschaue, worüber ich in den produktiven Jahren gebloggt habe, dann waren das fast ausschließlich Themen aus dem Podcast.

Die konnte ich immer gut vorbereiten und hatte entsprechend viel Vorlauf und Zeit, um den Text zu schreiben, Bilder zu suchen und so weiter…

Hmm…

Ich stelle jetzt diesen Beitrag online. Da muss ja jetzt mal was passieren… Ich habe den doch hier schon irgendwo als Textdatei liegen… Da…
Orrr… Jetzt hat der mich hier abgemeldet. Warum macht der das immer?

Tippen

Blog… Neuer Entwurf.

Musik und tippen

Uuuund Trommelwirbel! Raus damit!

Fehlersound


Hm. Was will er jetzt von mir? Datum vergessen… Das muss ich mal ändern, dass der das automatisch macht… Und ab!

Fehlersound
Aaaalter… Kategorie fehlt…
Abschick-Sound


Aha! Geht doch! Uuuund sieht richtig Kacke aus. Orrr… Weil der Teaser fehlt und das Bild. Man ey! Das nervt doch einfach nur!

Ein nicht unerheblicher Grund dafür, dass ich so wenig veröffentliche, ist genau das… Wenn ich es mir recht überlege, hatte ich immer mal wieder nette Texte, die nicht online gegangen sind, weil ich keinen Bock hatte, da jetzt noch bescheuerte Stockimages für zu suchen.

Und nun habe ich das auch nicht so eingerichtet, dass ein Bild ausreicht, sondern ich brauche mindestens zwei verschiedene Formate. Quer- und Hochformat.

Also… Ich würde mal behaupten, wenn ich das einfacher gestalte, macht es auch wieder mehr Spaß zu bloggen.

Musik

Alles ist so einfach

Das Problem wenn man die Technik nicht nur dazu nutzt, um Dinge zu veröffentlichen, sondern diese Technik auch noch selber weiterentwickeln kann… also… um es einfach zu sagen… wenn man Webentwickler ist, dann kann es schnell passieren, dass man lauter tolle Features und Funktionen einbaut - und das ist dann auch alles ganz cool - aber man macht sich halt das Leben selber schwer.

Das trifft wahrscheinlich auf uns alle zu. Ich programmiere mir immer neuen tollen Kram und andere installieren sich das 20te WordPress-Plugin und muss auch erstmal 40 Felder ausfüllen, bevor ein Blogpost online gehen kann.

Na ja… Das Schöne an meinem CMS ist, ich kann das relativ schnell ändern. Und das mache ich jetzt auch mal.

Klicke-di-klacke-di, Musik.

Was ich nun also gemacht habe, war zum einen neue Posttypes anzulegen. Ich wollte meine umfangreichere Vorlage behalten, für Beiträge an denen ich sowieso länger arbeiten werde und die entsprechend ruhig mit etwas mehr Aufwand erstellt werden können.

Ich habe aber als Ergänzung dazu Notes eingeführt. Es gibt verschiedene Arten von Notes, ich habe mir das nicht ausgedacht, das ist quasi aus dem IndieWeb heraus entstanden, vielleicht gehe ich da irgendwann nochmal näher drauf ein. Jedenfalls habe ich derzeit zwei Typen von Notes bei mir im System: Bookmarks und Note. Für beide Typen habe ich die Felder, die ich ausfüllen kann und muss auf ein Minimum beschränkt. Bei einem Bookmark ist das der Titel, eine Beschreibung und die URL. Bei einer Notiz sind das noch weniger Felder, nämlich nur Titel und Text. Das Datum wird automatisch beim Veröffentlichen gesetzt.

Außerdem habe ich im Dashboard, also der Startseite meines CMS, zwei Shortcuts hinzugefügt. Ich habe da jetzt die Möglichkeit direkt von der Übersicht einen Blogpost oder eine Notiz anzulegen. Auf diese Art und Weise kann ich also mit nur zwei Klicks neue Blogposts anlegen und veröffentlichen.

Und das hat auch bisher super funktioniert, ich habe wieder mehr kürzere Posts im Blog veröffentlicht, die sonst einfach im Nichts verschwunden wären.

Ich musste allerdings noch eine weitere entscheidende Sache verringern. Meine Ansprüche. Das… War nicht einfach. Ist nicht einfach. Bei jedem Text, den ich schreibe, muss ich mir auf die Finger klopfen. Er muss nicht perfekt sein, er muss nicht aufwändig bebildert sein… Es ist auch okay, wenn es einfach nur Text ist, der ein bisschen Inhalt vermittelt. Und der vielleicht auch nicht ganz so elegant formuliert ist.

Ein paar weniger schön formulierte Texte sind besser als jahrelang gar nichts zu veröffentlichen. Das sage ich gerne an dieser Stelle. Allerdings fällt es mir ganz besonders schwer, mich beim Schreiben meiner Podcastfolgen daran zu halten. Da liegen noch einige Kämpfe vor mir, glaube ich.

Fazit

Wenn es unser Ziel ist, Texte zu schreiben und zu veröffentlichen. Oder Podcasts oder Videos… Dann sollten wir die Hürden das zu tun, so gering wie möglich halten. Je weniger technischen Aufwand wir haben, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass unsere Beiträge auch das Licht der Welt erblicken.

Und: Nicht jeder Blogpost muss ein Meisterwerk sein. Wir dürfen auch mal einfach nur ein paar Gedanken runter tippen oder einen Link mit ner kurzen Info posten.

Mal sehen, wie gut ich mich da in Zukunft selber zusammenreißen kann.

Vielen Dank für deine Zeit und dass du an meiner Reise hier teilnimmst. Sofern ich mich traue den Publish-Button zu klicken, hören wir uns hoffentlich nächste Woche wieder. Bis dann!



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