Gastbeitrag

Sichere Passworte

Jeder kennt die Situation: Du meldest dich auf einer neuen Webseite an oder nutzt ein neues Programm und musst dafür ein neues Passwort erstellen. Es soll sicher sein, gleichzeitig aber auch leicht zu merken. Und schon wird es kompliziert.

Unser Leben findet zunehmend online statt - vom Online Banking bis zur Kommunikation mit unseren Verwandten. Auf der einen Seite ist das natürlich sehr praktisch, auf der anderen Seite lauern aber auch große Gefahren im Internet.

Umso wichtiger ist es, die eigene Identität und die eigenen Daten mit einem sicheren Passwort zu schützen. Mehr Infos dazu findest du auf PrivacyTutor.

Wie wichtig sind sichere Passwörter?

Passwörter können heutzutage leicht und in nur wenigen Minuten von Kriminellen geknackt werden. Sie nutzen spezielle Tools, die unzählige Buchstaben- und Zeichenkombinationen bis hin zu ganzen Wörterbüchern ausprobieren, um dein Konto zu hacken.

Nutzt du aktuell also Passwörter wie 12345, qwerty oder dein Geburtsdatum, solltest du erst diesen Artikel und die hilfreichen Tipps für die Passworterstellung lesen und dann schnell diese unsicheren Passwörter gegen sichere austauschen.
Besonders gefährlich ist es, für jede Webseite das gleiche Passwort zu verwenden. Stell dir das einmal ernsthaft vor: All deine Online Konten und Benutzerdaten wären für Kriminelle zugänglich. Der Schaden, der damit angerichtet werden kann, ist nicht abzuschätzen.

Ein weiterer Grund, warum wir auf das Thema sichere Passwörter aufmerksam machen möchten: Wir haben einen Blick auf die Top 10 der beliebtesten Passwörter geworfen. Die Liste wird vor den Passwörtern 123456, passwort und hallo angeführt.

Tipps und Tricks für ein sicheres Passwort

Wenn du deine aktuellen Passwörter jetzt gegen wirklich sichere austauschen möchtest, solltest du einige Dinge beachten. Denn oftmals sind Passwörter, die wir für sicher halten, gar nicht so sicher, wie wir denken.

Das sind die wichtigsten Kriterien für ein sicheres Passwort

Wenn du ein sicheres Passwort erstellst, solltest du mindestens 10 Zeichen verwenden. Zwölf oder mehr Zeichen sind heutzutage sogar noch besser. Die Länge des Passworts gilt nämlich als einer der wichtigsten Faktoren für maschinelle Angriffe.

Du solltest für ein sicheres Passwort eine bunte Mischung aus Buchstaben, Zeichen und Sonderzeichen nutzen. Ordne diese Zeichen mit möglichst großer Variation an und vermeide es, zweimal dasselbe Zeichen nacheinander zu nutzen. Bei den Buchstaben sollte es eine Mischung aus Klein- und Großbuchstaben sein.

Die Zeichen sollten alle möglichst unlogisch verwendet werden. Tastaturmuster oder logische Muster können leicht gehackt werden, da die Tools von Kriminellen auf Logik basieren. Du solltest außerdem für jede Webseite ein eigenes Passwort verwenden und voreingestellte Passwörter sofort ändern.

No-Gos bei der Passworterstellung

 

Auch wenn du dich an den Sicherheitskriterien für Passwörter orientierst, gibt es einige Faktoren, die das Passwort wieder unsicherer machen. Zahlenreichen, Buchstabenreihen und Tastaturmuster solltest du unbedingt vermeiden. Wenn du dir Passwörter nicht gut merken kannst, hast du die Möglichkeit einen Passwort-Manager oder eine Passphrase zu nutzen - mehr dazu erfährst du in den nächsten Kapiteln.

Auch Wiederholungen von Zeichenkombinationen, das Verwenden von persönlichen Daten wie Geburtsdatum oder der Name deiner Schwester sowie das Versenden von Passwörtern solltest du unbedingt vermeiden.

Einfache Passwörter werden nicht sicherer, indem du ihnen Sonderzeichen hinzufügst. !hallo! Ist nicht sicher und kann leicht geknackt werden.

Passwörter sollten übrigens auch nicht in Word Dateien oder auf Klebezetteln auf dem Monitor notiert werden. Hier sind sie nicht sicher und können in kurzer Zeit von Kriminellen gestohlen werden.

Sichere Passwörter einfach merken mit einer Passphrase

Wenn du die Kriterien für starke Passwörter und die No-Gos beachtest, erhältst du ein Passwort, das einem Zeichensalat gleicht. Da du es ja nirgends notieren sollst, wird es schwierig, sich so ein kompliziertes Passwort zu merken.

Dafür bietet sich eine Passphrase an. Das ist quasi eine Eselsbrücke, mit der du das Passwort erstellst und es dir anschließend ganz leicht wieder zusammensetzen kannst.

Schritt 1: Denk dir einen einfachen Satz aus und benutze von jedem Wort den ersten Buchstaben.

So ein Satz könnte beispielsweise lauten:

Ich backe gerne Kuchen Muffins und leckere Brownies aber Kochen mag ich nicht.

Du erhältst das Passwort: IbgKMulBaKmin

Schritt 2: Füge dem Passwort Sonderzeichen hinzu.

Nun solltest du das Passwort mit Sonderzeichen ausstatten, um es sicherer zu machen. Hier ein Beispiel:

!b9KM&!BaKm!n

I und L habe ich durch ! ersetzt, da sie sich ähnlich sehen. Das g erinnert an eine 9 und ein und wird zu einem &.

Passwörter sicher verwalten mit einem Passwort-Manager

Wenn du viele Passwörter brauchst, kann es irgendwann schwierig werden, sich die ganzen Merksätze einzuprägen. Dann kannst du einen Passwort-Manager nutzen. Du trägst all deine Passwörter ein und kannst jederzeit auf sie zugreifen.

Deine Passwörter werden in einer gesicherten Datenbank gespeichert und sind ausreichend vor Hackerangriffen geschützt. Wenn du ein Passwort abrufen möchtest, brauchst du dazu ein sehr sicheres Masterpasswort - viele Anbieter nutzen sogar eine 2-Faktor-Authentifizierung.

Fazit: Sichere Passwörter sind ein Muss

Wer unsichere Passwörter nutzt, riskiert einen Datenklau oder Identitätsdiebstahl. Der beste Weg sich vor Hackerangriffen zu schützen, sind sichere Passwörter. Sie können in nur wenigen Minuten erstellt werden und bewahren dich vor einer Menge Ärger.

Ein Gastbeitrag von

Alexander Baetz

Alexander Baetz hat 2018 seinen Bachelor in Wirtschaftsinformatik abgeschlossen und beschäftigt sich seitdem mit dem Thema Privatsphäre im Internet. Über seine Erkenntnisse schreibt er auf PrivacyTutor.

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